Erster Wettkampf der 3. Bundesliga Süd in der Saison 2026
Der Saisonstart für das Bundesligateam der WTG FilderNeckar mit den Neckarhäuser Turnerinnen am Samstag, 25. April in Balingen, hätte kaum besser laufen können: Beste Mannschaft am Schwebebalken, beste Mannschaft am Boden, beide Vierkämpferinnen unter den besten sechs des Tages und weniger als ein Punkt Rückstand als Zweitplatzierte auf den Tagessieger TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Damit haben Annika Jooss, Tabea Preisendanz, Thalia Tsiloglanidis, Alessia Anderes, Franziska Cerny und Jasmin Hashemi eindrucksvoll gezeigt, dass auch mit den veränderten Bedingungen in der 3. Bundesliga mit der WTG zu rechnen ist. Trainer Tim Sachsenmaier äußert sich hochzufrieden: „Ich denke, viel besser hätte unser Saisoneinstieg nicht laufen können: Die Turnerinnen haben voll umgesetzt, was wir besprochen haben – sie zeigten durchweg souveräne und sichere Übungen, die uns mit nur zwei Stürzen über alle Geräte hinweg zu diesem Top-Ergebnis geführt haben. Ein kleiner Wehmutstropfen war, dass Youngster Julia Robey wegen einer kurz vor dem Wettkampf zugezogenen Verletzung ihren geplanten Bundesligaeinsatz verpasste.
Die WTG startete am normalerweise eher unbeliebten Stufenbarren in den Wettkampf, wo man in Balingen einmal keine Federn ließ: mit 37,50 Punkten erturnte das Team die drittbeste Tageswertung: Anderes legte gleich 9,65 Punkte vor, Tsiloglanidis ebenso ohne Hänger saubere 8,9; weitere 8,6 Punkte steuerte Hashemi bei, bevor Preisendanz das Ausrufezeichen setzte mit 10,2 Zählern.
So gestärkt holten sich die Neckarhäuser und Nellinger Damen gleich den Gerätesieg am Schwebebalken: mit 43,15 Gesamtpunkten ließen sie alle anderen mit mindestens einem Punkt Abstand hinter sich. Entscheidend war, dass man in vier anspruchsvollen Übungen nur einen einzigen Sturz hinnehmen musste von Preisendanz (9,6). Während Jooss als Startturnerin Ruhe ausstrahlte und wacklerfreie 11,3 erturnte, zogen Cerny (10,3) und Anderes, die sogar mit zweitbestem Tagesergebnis an der 12er Marke kratzte (11,95), genauso sicher durch.
Nach dieser ersten Top-Hälfte des Wettkampfes ging es am Boden darum, diese gute Vorlage zu halten. Während andere Teams teilweise bei ihren Doppelsalti Stürze und Abzüge hinnehmen mussten, erwies sich die Strategie, auf sichere und mit hoher Präzision ausgeführte Küren zu setzen, als Gewinn. Die WTG sicherte sich mit wunderschönen Übungen und wieder ohne Sturz von Hashemi (10,25), besonders gymnastisch sehenswerter Kür und bester Wertung für das Team von Preisendanz (11,85), Jooss (10,15) und krönendem Abschluss von Anderes, die erst seit wenigen Wochen nach Verletzung wieder voll trainieren kann, mit in den Stand geturntem Doppelsalto rückwärts und 11,80 Zählern den zweiten Gerätesieg des Tages und 44,05 Punkte.
Nun ging es darum, die Nerven zu behalten und alle vier Sprünge möglichst in den Stand zu setzen. Denn ohne Streichwertung kann hier die Entscheidung des Tages sehr schnell fallen. Diese Maßgabe setzte Tsiloglanidis mit Tsukahara gebückt und höchster Teamwertung (12,1) bestens um; Preisendanz (12,0) und Jooss (11,9) taten es ihr nach. Anderes konnte abschließen den Überschlag-Salto vorwärts leider nicht stehen, erhielt aber mit Sturz noch 11,2 Punkte. Damit ließ man mit 47,2 Zählern den Faden zum Feld nicht abreißen.
Das sensationelle Gesamtergebnis von 171,75 Punkten – wie erwähnt erstmals ohne Streichresultat erzielt – ließ die WTG I über ihren zweiten Platz jubeln. Die 4-Kämpferinnen Anderes und Preisendanz turnten sich zudem auf Platz 5 und 6 der Einzelwertungen. Damit darf man sich auch 2026 in der 3. Bundesliga zuhause fühlen und den Blick für den zweiten Wettkampf am 12. Juli in Waging eher nach oben als nach unten richten.
Autorin: Dorothea Jooss
Bildrechte: Hrivatakis
