Thalia Tsiloglanidis wird bei ihrer Premiere Sechste bei den W16/17, Annika Jooss belegt Rang sieben in der Königsklasse der 20-30-Jährigen
Starker Auftritt des TBN bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Heide: Beide Starterinnen schafften es unter die besten Zehn. Thalia Tsiloglanidis wurde bei ihrem ersten Wettkampf auf nationaler Ebene Sechste der Altersklasse W16/17. Die erfahrene Annika Jooss belegte Platz sieben in der Königsklasse der 20- bis 30-Jährigen.
Der lange Wettkampftag begann früh am Morgen mit den Leichtathletik-Disziplinen. Tsiloglanidis sorgte dabei gleich für eine Überraschung: Die Turnspezialistin lief über 100 Meter die schnellste Zeit ihrer Altersklasse. Auch in allen anderen Leichtathletik-Disziplinen steigerte sie sich gegenüber dem Qualifikationswettkampf bei den Landesmeisterschaften.
Am Nachmittag ging es an die Geräte. Zum Auftakt zeigte Tsiloglanidis eine sehr ausdrucksstarke Bodenübung, die zu den technisch schwierigsten im Feld gehörte. Das brachte ihr die drittbeste Wertung ein. Am Barren und am Sprung lief es nicht ganz nach Wunsch, an beiden Geräten musste sie einmal absteigen. Trotzdem erzielte sie am Sprung eine ausgezeichnete Wertung. Sie war eine von nur drei Turnerinnen ihrer Altersklasse, die bereits einen gebückten Tsukahara zeigten. Mit einer Qualifikationsleistung im Mittelfeld der 30 Teilnehmerinnen war sie angereist, und ihr Ziel war zunächst, Erfahrung zu sammeln. Umso bemerkenswerter ist Rang sechs mit 66,37 Punkten. Nach oben ist noch Luft.
Annika Jooss startete bereits zum fünften Mal in der Königsklasse. Um acht Uhr ging es für sie mit dem ungeliebten Schleuderball los. Auf Rasen und unter schwierigen Bedingungen kam sie mit 30 Metern nahe an ihre Bestweite heran. Im Kugelstoßen erreichte sie gute 7,88 Meter. Damit blieb sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten, lag aber noch hinter den Mehrkampfspezialistinnen. Die 100 Meter lief sie in 14,13 Sekunden, das war gutes Mittelfeld. Im Weitsprung steigerte sie ihre persönliche Bestleistung auf 4,95 Meter und war damit Drittbeste ihrer Konkurrenz.
Am Nachmittag ließ die Stammturnerin der Neckarhäuser Bundesligamannschaft dann erwartungsgemäß viele Mehrkämpferinnen hinter sich. Am Barren zeigte sie eine solide und sauber geturnte Übung. An ihrem Lieblingsgerät, dem Schwebebalken, turnte Jooss ihre Kür wie gewohnt blitzsauber. Sie erfüllte alle Bonusanforderungen, die bei diesem Wettkampf gelten, und bekam dafür die viertbeste Wertung (13,7 Punkte). Auch am Boden kam sie mit 14,3 Punkten unter die fünf besten Wertungen. Nach dem langen Tag war der Sprung als achte und letzte Disziplin eine echte Kraftprobe. Jooss meisterte sie bravourös mit zwei gestandenen, gebückten Tsukaharas.
Wie ihre Vereinskollegin arbeitete sich auch Jooss aus dem Mittelfeld der Qualifizierten nach vorne. Am Ende standen ein hervorragender siebter Platz und 90,46 Punkte.
Autorin: Dorothea Jooss
Bildrechte: TBN
